Johann
Heinrich Schüren ist der Namensgeber unserer Schule. Er wurde am 5.
Juli 1801 in Soest geboren. Er wuchs in einer Beamtenfamilie auf, die,
nachdem sein Vater nach dem Frieden von Tilsit seine preußisch -
nationale Gesinnung offenbarte, unter der Herrschaft der Franzosen in Not
geriet. Johann Heinrich Schüren (JHS) besuchte die Elementarschule in
Soest, später das Archigymnasium, welches er vorzeitig verlassen musste.
Durch
seinen Lehrer Dr. Seidenstücker angeregt trat JHS am 17. Okt. 1817
in das Soester Lehrerseminar ein. Nach den Beurteilungen seiner Lehrer
musste Schüren ein begabter Seminarist sein, der seine Abschlussprüfung
mit "sehr gut" bestand.
Im
Jahr 1820 trat er als Neunzehnjähriger seine über 50 Jahre andauernde
Lehrertätigkeit an. Ein Grundsatz seiner ersten Lehrerjahre war:
"Wer
ein guter Lehrer sein und bleiben will, der muss ein guter Schüler sein
und bleiben."
1820
Dorfschullehrer in Wesel, 1820 - 1821 Dorfschullehrer in Schüren, 1821 -
1833 Lehrer an der höheren Stadtschule in Lippstadt. Er nutzte getreu
seinen Grundsatz die ersten Jahre seiner Tätigkeit zum intensiven
Studium.
Von
1833 - 1873 stand JHS im Dienst des evangelischen Volksschulwesens in
Osnabrück . Er wohnte an der Kampstraße, zunächst im Haus 58, dann im Haus
Nr. 20, im damaligen Seminargebäude.
JHS
war in 5 verschiedenen Ämtern im evangelischen Schulwesen der Stadt und
des Landes Osnabrück tätig.
1.
(1833) Erster Lehrer der Bürgerschule und Inspektor der Vorschulen und
Kirchspielschulen
(Doppelamt)
2.
(1835) Übernahme des Amtes des "ersten Lehrers der Hauptschule"
3.
(1840) Schüren wurde einziger Inspektor der evangelischen
Elementarschulen in Osnabrück.
4.
(1850) Von 1850 - 1873 leitete Schüren das evangelische Lehrerseminar in
Osnabrück. 1869 ernannte ihn das preußische Ministerium in Berlin zum
Seminardirektor.
5.
(1856) Ernennung zum ordentlichen Schulkundigen. (Ober-Schulinspektor)
Einer
von Schürens Förderern war der bekannte Osnabrücker Bürgermeister Carl
Bertram Stüve (1798 - 1872).
JHS
gilt als Förderer und Erneuerer der Lehrervereinigungen. Er gehörte zu
den sieben Begründern des Osnabrücker Lehrergesangsfestes und als Retter
des Provinzial - Lehrervereines, dessen Vorsitz er 1855 übernahm.
Schürens
Handeln und Denken war durchgehend von einer tiefen Religiosität geprägt,
verbunden mit hohem Anspruch an sich und die Schulen
Ein
Beispiel:
Plan zur Selbstkritik eines Lehrers, entworfen von Schüren für die
Lehrerseminararbeit:
a)
Haben die Kinder gelernt, was sie in der Stunde lernen sollten?
b)
Ist dabei gehörig gesorgt worden für die Bildung des Verstandes?
c)
Ist gehörig gesorgt worden für die Bildung des Herzens?
d)
Ist gehörig gesorgt worden für die Bildung der Sprache?
e)
Wie war die Schulzucht (Disziplin)
f)
Was finde ich im Besonderen zu vermerken? (Lehrmittel und Lehrformen)
Johann
Heinrich Schüren starb 1874 in Osnabrück. Er wurde auf dem
Johannisfriedhof beigesetzt. Sein Grab besteht noch.
Als
Erinnerung an ihn gibt es nahe dem Johannisfriedhof die "Schürenstraße",
ebenso die "Schürenstraße" in Buer bei Melle. Die ehemalige
Gemeinschaftsschule I am Hegertor (heute Stüvehaus) wurde auf Beschluss
der damaligen Gesamtkonferenz und mit Zustimmung der Stadt Osnabrück in
"Heinrich - Schüren - Schule" umbenannt und trägt seitdem
diesen Namen, den sie nunmehr an ihrem dritten Standort an der
Sedanstraße in Osnabrück führt.
aus:
Jürgen Melchert, Erziehungs- und Schulwirklichkeit im 19. Jahrhundert,
Johann Heinrich Schüren und seine Bedeutung für das Osnabrücker
Volksschulwesen in der Reihe "Schriften zum Bildungswesen in Osnabrück,
Verlag A. Fromm, Osnabrück
Unten
das Originalsiegel von Johann Heinrich Schüren, Privatbesitz
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